Digitale Eifersucht: Die Kehrseite sozialer Netzwerke. Eine empirische Untersuchung

by Wera Aretz, Laura Becher, Anna-Luisa Casalino und Charlotte Bonorden

Mit sozialen Netzwerken werden mittlerweile zahlreiche negative und dysfunktionale Aspekte in Verbindung gebracht, die von Datenmissbrauch bis zu Suchtverhalten reichen. Neuerdings wird ein weiteres Phänomen betrachtet: Die Eifersucht in Paarbeziehungen, die aus der Nutzung sozialer Netzwerke resultiert. Ziel der vorliegenden Studie ist es, an einer deutschen Stichprobe von N = 214 Probanden zu untersuchen, ob es sich bei der Eifersucht in sozialen Netzwerken (kurz: digitale Eifersucht) um ein eigenständiges Phänomen handelt. Ferner soll analysiert werden, durch welche Faktoren die digitale Eifersucht erklärbar ist. Multiple Regressionsanalysen zeigen, dass der dispositionellen Eifersucht, also der generellen Eifersuchtsneigung eines Menschen, eine bedeutende Rolle zukommt. Marginale Varianzanteile konnten zudem über relationale Faktoren, wie dem Vertrauen in den Partner, und Persönlichkeitsfaktoren, wie die emotionale Stabilität (Neurotizismus), erklärt werden. Die Ergebnisse werden im Lichte bisheriger Befunde diskutiert und ihr Nutzen für die Praxis dargestellt.


1    Eifersucht: Formen und Auslöser

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Eifersucht ist eine adaptive Emotion (Buss, 2000), die mit verschiedenen Gedanken, Gefühlen und Handlungen verbunden ist (White, 1985). Je nachdem, welche Beziehungskonstellation vorherrscht, lassen sich verschiedene Typen von Eifersucht unterscheiden, z. B. Eifersucht zwischen Beziehungspartnern, zwischen Geschwistern, Freunden, Arbeitskollegen und in der Eltern-Kind-Beziehung (vgl. Hill & Davis, 2000). Im Kontext von Liebesbeziehungen (romantic jealousy) beruht Eifersucht auf einer subjektiv empfundenen Gefährdung oder Bedrohung einer Partnerschaft (Montada, 1995), die durch verschiedene situative Variablen bzw. Auslöser hervorgerufen werden kann (Hopfensitz, 2005). Hierbei scheint insbesondere das Gefühl einer vermuteten oder echten emotionalen und/oder sexuellen Untreue (White & Mullen, 1989) eine Rolle zu spielen, oder aber der Verlust an Aufmerksamkeit durch den Partner (Teismann & Mosher, 1978). Sheets, Fredendall und Claypool (1997) klassifizieren vier Situationen, die Eifersucht generieren: Wenn der Partner Interesse an einer anderen Person signalisiert; wenn eine andere Person Interesse am Partner signalisiert; wenn der Partner mit früheren Partnern Kontakt hat; wenn der Partner in mehrdeutigen Situationen involviert ist.

Soziale Netzwerke, so wie Facebook oder StudiVZ, die mittlerweile als „Knotenpunkte der digitalen Kommunikation“ (Serrao, 2010, o.S.) bezeichnet werden, bieten fast unbegrenzte Möglichkeiten zum Kontaktaufbau und zur Kontaktpflege. So haben beispielsweise Facebook-Nutzer – je nach Studie – durchschnittlich etwa 120 bis 190 Kontakte bzw. „Freunde“ (Fuchs, 2009; Günzler & Wild, 2009), mit denen sie kommunizieren und dadurch ein (echtes oder vermeintliches) Interesse an diesen Personen zum Ausdruck bringen können. Hierunter fallen echte Freundschaften genauso wie frühere Partner, neue Bekanntschaften und Arbeitskollegen. Durch die vorrangig textbasierte und kurznachrichtenähnliche Kommunikation und das damit verbundene Fehlen von paraverbalen und nonverbalen Kommunikationselementen ist dieser Austausch per se mehrdeutig und lässt auf Seiten der Empfänger vielfältige Interpretationen zu. Hinzu kommt, dass diese Informationen von dem potenziell eifersüchtigen Beziehungspartner gar nicht aktiv gesucht werden müssen, sondern – bei Vorhandensein einer Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken – automatisch auf der Startseite angeboten werden. Im Sinne der Kriterien von Sheets et al. (1997) bergen die Kommunikation in sozialen Netzwerken und der dortige Austausch von weiteren digitalen Inhalten (z. B. Fotos, Videos, Einladungen) also ein beträchtliches Eifersuchtspotenzial.

1.1    Psychologische Variablen der Eifersucht

Das Ausmaß an Eifersucht, welches Personen in der gleichen Situation erleben, kann sich stark unterscheiden. Bisherige Forschungsstudien, die sich mit romantischer Eifersucht beschäftigten, haben mehrere Persönlichkeits- und Beziehungsfaktoren untersucht, welche die Erfahrung von Eifersucht beeinflussen. Erst einmal konnte gezeigt werden, dass manche Personen anfälliger für das Gefühl der Eifersucht sind als andere. Menschen unterscheiden sich also in ihrer dispositionellen Eifersuchtsneigung (trait jealousy; Russell & Harton, 2005). Die Intensität der erlebten Eifersucht wird zudem von dem selbst eingeschätzten Selbstwertgefühl beeinflusst (Buunk, 1982; Cooley, 2006; Mathes, Adams & Davies, 1985; Parker, Low, Walker & Gamm, 2005.). Erklärungsgrundlage bildet hier das Selbstkonzept: Eifersucht beruht auf einer empfundenen Unsicherheit. Ein geringes Selbstwertgefühl sollte daher mit einer höheren Eifersuchtsneigung einhergehen (vgl. Cooley, 2006; Wreen, 1989). Ebenso wurde die Beziehung zwischen erlebter Eifersucht und den so genannten Big Five der Persönlichkeit untersucht; die Ergebnisse sind allerdings uneinheitlich. So berichtet Melamed (1991), dass Neurotizismus (ebenso wie Selbstwert) einen signifikanten Effekt auf die Eifersucht in Liebesbeziehungen hat. Wade und Walsh (2008) konnten keinen Einfluss der Variablen Neurotizismus, Extraversion und Offenheit nachweisen. Es kann allerdings argumentiert werden, dass neurotische Personen, die sich selbst als ängstlich und unsicher beschreiben (Borkenau & Ostendorf, 1993), Eifersucht intensiver erleben. Extravertierte Personen, die als optimistisch und heiter beschrieben werden, sollten demgegenüber ein geringeres Eifersuchtserleben haben.

Neben den aufgeführten Persönlichkeitsfaktoren wurden weitere Beziehungsfaktoren untersucht. So konnte gezeigt werden, dass die Höhe des Vertrauens in den Partner (Couch & Jones, 1997; Xiaojun, 2002) sowie die Höhe des Commitments (Aylor & Dainton, 2001), also die Bindung an die Partnerschaft, einen Einfluss auf die erlebte Eifersucht nehmen. Auf Basis der Austauschtheorie (Thibaut & Kelly, 1959) kann argumentiert werden, dass ein befriedigender sozialer Austausch im Zeitablauf mit Vertrauen und Commitment zur Beziehung einhergeht. Diese beiden relationalen Faktoren sollten daher einen negativen Effekt auf Eifersucht haben und können als protektive Faktoren verstanden werden.

Eine Vielzahl von Studien ging ferner – aus evolutionspsychologischer Perspektive – der Frage nach, ob sich Männer und Frauen in ihrem Eifersuchtserleben unterscheiden (siehe u. a. Buss, Westen & Semmelroth, 1992; Buunk, Angleitner, Oubaid & Buss, 1996; Pietrzak, Lairda, Stevens & Thompson, 2002). Auch hierzu liegen widersprüchliche Befunde vor (z. B. Buss, Larson, Westen & Semeroth, 1992; Buunk, Angleitner, Oubaud & Buss, 1996; Pines & Friedman, 1998).

1.2    Digitale Eifersucht

Soziale Netzwerke, wie Facebook oder StudiVZ, bieten einen leichten Zugang zu Informationen über Freunde, Bekannte und Beziehungspartner. Die kanadische Forschergruppe Muise, Cristofides und Desmarais (2009) untersuchte, ob sich die Eifersucht in sozialen Netzwerken über die Variablen Geschlecht, dispositionelle Eifersucht, Beziehungsfaktoren (Vertrauen und Commitment) sowie über die Nutzungsdauer vorhersagen lässt. Sie konnten regressionsanalytisch zeigen, dass sich über die Variablen dispositionelle Eifersucht, das Vertrauen in den Partner sowie die Nutzungsdauer das Kriterium der digitalen Eifersucht mit insgesamt 48% aufgeklärter Varianz vorhersagen lässt. Dieses Ergebnis interpretieren sie derart, dass Informationen aus sozialen Netzwerken prinzipiell Eifersucht provozieren können, was dann zu einer stärkeren Überwachung des Partners führt: „Our results suggest that Facebook may expose an individual to potentially jealousy-provoking information about their partner, which creates a feedback loop whereby heightened jealousy leads to increased surveillance of a partner’s Facebook page. Persistent surveillance results in further exposure to jealousy-provoking information. For many, the need for knowledge about their partner’s intent becomes indispensable, and several participants specifically mentioned the word ‘addiction’ in relation to their own Facebook usage“ (Muise et al., 2009, p. 443).

Im Licht der vorgestellten Forschungsergebnisse soll an einer deutschen Stichprobe überprüft werden, ob sich Eifersucht in sozialen Netzwerken durch Persönlichkeitsfaktoren wie Selbstwert, Neurotizismus, Extraversion und relationale Faktoren, wie Vertrauen und Commitment in die Partnerschaft, vorhersagen lässt und welche Rolle dabei die Nutzungsdauer spielt. Belegt ist, dass sich die Nutzung von sozialen Netzwerken in verschiedenen Ländern stark voneinander unterscheidet (Spiegel online, 2010). Ebenfalls konnte gezeigt werden, dass die Intensität romantischer Eifersucht auch mit den Werten einer Gesellschaft zusammenhängt (Hupka, 1981, 1991). Diese vorbenannten Gründe rechtfertigen eine Untersuchung an deutschen Probanden, zumal Persönlichkeitsfaktoren einen integralen Bestandteil der Studie bilden.

2    Methode

2.1    Fragebogen

Eifersucht: Zur Erfassung der generellen Eifersuchtsneigung wurden 30 Items generiert, die sich auf unterschiedliche Auslöser und Intensitätslevels von Eifersucht beziehen und den spezifischen Kontext von sozialen Netzwerken berücksichtigen. Eine explorative Faktorenanalyse über die Eifersuchtsitems (Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation) klärte bei vier Faktoren 65.62% der Varianz auf (Eigenwert > 1). Es ließen sich der Faktor digitale Eifersucht (aufgeklärte Varianz = 26.61%, 14 Items, Cronbachs α = .96, Beispielitems: „Ich verbringe täglich Zeit auf der Seite meines Partners bei Facebook/StudiVZ, um neue Informationen zu bekommen“, „Das Misstrauen zu meinem Partner wächst, je mehr ich seine Aktivität bei Facebook/StudiVZ beobachte“, „Wenn ich neue Partybilder meines Partners bei Facebook/StudiVZ entdecke, fühle ich mich innerlich verletzt“, „Es belastet mich, wenn ich sehe, dass mein Partner mit Personen des anderen Geschlechts auf der Pinnwand öffentlich kommuniziert“), der Faktor situative Eifersucht (aufgeklärte Varianz = 13.60%, 4 Items, Cronbachs α = .85, Beispielitems: „Es macht mich eifersüchtig, wenn mein Partner mit einer anderen Frau/einem anderen Mann flirtet“, „Mein Partner erzählt schwärmerisch von einer anderen Frau/einem anderen Mann. Das beunruhigt mich sehr“), der Faktor dispostionelle Eifersucht (aufgeklärte Varianz = 12.85%, 5 Items, Cronbachs α = .91, Beispielitems: „Alles in allem würde ich mich als einen eifersüchtige Menschen charakterisieren“, „Ich suche ständig nach Anzeichen dafür, dass mein Partner die Gesellschaft des anderen Geschlechts genießt“) und der Faktor Reaktionen auf empfundene digitale Eifersucht (aufgeklärte Varianz = 12.56%, 5 Items, Cronbachs α = .86, Beispielitems: „Ich poste mehr und regelmäßiger als sonst“, „Ich versuche möglichst gut auf meinen Bildern auszusehen“, „Ich überspiele meine wahren Gefühle durch fröhliche Fotos und Kommentare“).

Beziehungscommitment: Zur Erfassung der subjektiven Bindung an die Partnerschaft wurden 8 Items – in Anlehnung an die Commitment-Skala von Lund (1985) – formuliert (Beispielitems: „Ich sehe meine Beziehung als dauerhaft an“, „Mein Partner ist sehr in unsere Beziehung involviert“). Die Skala erreichte, bei Exklusion eines Items, einen Cronbachs-α-Wert von .68.

Vertrauen in Partner: Zur Erfassung des Vertrauens zum Partner wurden 8 Items formuliert (Beispielitems: „Ich habe vollstes Vertrauen zu meinem Partner“, „Ich möchte wissen, was mein Partner macht, wenn er nicht bei mir ist“ (invers)). Die interne Konsistenz der Skala liegt bei α = .72.

Persönlichkeit: Zur Erfassung der Persönlichkeitsfacetten Extraversion und Neurotizismus (vgl. Digman, 1990) wurde die deutsche Version des NEO-Fünf-Faktoren-Inventars von Borkenau und Ostendorf (1993) eingesetzt. Hieraus wurden jeweils die vier Items mit den höchsten Faktorladungen auf dem zugehörigen Faktor verwendet, um die Konstrukte mit geringem Zeitaufwand zu messen. Ein Beispielitem für die Dimension Extraversion lautet: „Ich habe gerne viele Leute um mich herum“. Ein Beispielitem für die Dimension Neurotizismus lautet: „Manchmal fühle ich mich völlig wertlos“. Die Items konnten auf einer sechsstufigen Likert-Skala von „trifft voll und ganz zu“ bis „trifft überhaupt nicht zu“ beantwortet werden. Die internen Konsistenzen dieser Kurzskalen lagen für Neurotizismus bei Cronbachs α = .86 sowie für Extraversion bei Cronbachs α = .77.

Zur Erfassung des Selbstwertgefühls wurde die Rosenberg Self Esteem Scale (1965) ins Deutsche übersetzt und vor der Verwendung durch einen Vortest auf Verständlichkeit überprüft. Die 10 Items erreichten eine interne Konsistenz von α = .84 (Beispielitems: „Im Großen und Ganzen bin ich mit mir zufrieden“, „Ich glaube, einige gute Eigenschaften zu haben“).

Soziodemographische Fragen: Am Ende des Fragebogens wurden die Probanden nach Alter, Geschlecht, höchstem Bildungsabschluss und der durchschnittlichen Nutzungsdauer pro Login (in Minuten) gefragt.

2.2    Stichprobe

Mittels eines Online-Fragebogens konnten im Zeitraum vom 25.05.2010 bis 25.06.2010 insgesamt N = 214 vollständig ausgefüllte Datensätze erhoben werden. Die Stichprobe setzt sich aus n = 123 Frauen und n = 101 Männern im Alter von 17 bis 56 Jahren (M = 22.48, SD = 5.14) zusammen. Zum Zeitpunkt der Studie befanden sich 54.5% (n = 117) in einer Partnerschaft. Die Probanden, die sich als Single bezeichneten, wurden beim Ausfüllen des Fragebogens gebeten, an eine vergangene Beziehung zu denken, in der sie einmal Eifersucht empfanden. 83.5% der User (n = 187) gaben an, dass sie sich täglich in einem sozialen Netzwerk einloggen und zwar durchschnittlich für 15 Minuten pro Login. Der Großteil der Befragten (63.8%, n = 143) ist sowohl in dem sozialen Netzwerk StudiVZ als auch bei Facebook aktiv. 25% (n = 56) gaben an, lediglich das Portal Facebook zu nutzen; 9.8% (n = 22) nur das Portal StudiVZ.

3    Ergebnisse

3.1    Deskriptive Daten

Um zunächst zu überprüfen, ob sich Personen, die zum Zeitpunkt der Erhebung in einer Beziehung respektive Single waren, in ihrer Eifersucht unterscheiden, wurden Varianzanalysen über die drei Eifersuchtsfaktoren berechnet. Weder hinsichtlich der dispositionellen Eifersucht F(1, 214) = 1.84, ns, noch hinsichtlich der situativen Eifersucht F(1, 214) = 0.93, ns, zeigten sich bedeutsame Effekte zwischen den Gruppen. Tendenzielle Unterschiede konnten allerdings für die Variable digitale Eifersucht aufgewiesen werden F(1, 214) = 2.91, p = .09, eta2 = .01. Interessanter Weise zeichnen sich Singles (M = 3.28, SD = 0.98) durch etwas höhere Werte aus als Liierte (M = 3.78, SD = 1.23)[1].

Da vergangene Studien von Geschlechtsunterschieden im Ausmaß der empfundenen Eifersucht berichteten, wurde ferner das Geschlecht analysiert. Es zeigten sich bei allen drei Eifersuchtsformen signifikante Geschlechterunterschiede, die durchweg auf eine stärkere Eifersuchtsneigung bei Frauen hinweisen: Digitale Eifersucht F(1, 214) = 6.02, p = .03, eta2 = .05, dispositionelle Eifersucht F(1, 214) = 6.09, p = .03, eta2 = .05 und situative Eifersucht F(1, 214) = 3.76, p = .002, eta2 = .03.[2]

3.2    Korrelationen

Um zu überprüfen, ob zwischen den einzelnen faktorenanalytisch gewonnenen Eifersuchtskonstrukten sowie den relationalen Faktoren und Persönlichkeitsfaktoren ein Zusammenhang besteht, wurde eine Korrelationsmatrix über die Mittelwerte der Untersuchungsvariablen erstellt (siehe Tabelle 1). Die korrelationsanalytischen Befunde machen deutlich, dass die drei Eifersuchtskomponenten starke Zusammenhänge aufweisen: Je stärker die generelle Eifersuchtsneigung einer Person ist, desto eher wird Eifersucht auch durch situative Auslöser evoziert (z. B. Flirten des Partners) und umso eher zeigt sich diese Eifersucht auch in sozialen Netzwerken (z. B. Überwachung der Kommunikation).

Erwartungsgemäß wirken sich die Beziehungsfaktoren, wie das Vertrauen und das Commitment, auf alle Eifersuchtskomponenten aus: Je niedriger das Vertrauen in den Partner ist, desto intensiver wird die Eifersucht, auch in sozialen Netzwerken, erlebt. Ebenso besteht ein negativer Zusammenhang zwischen dem Beziehungscommitment und erlebter Eifersucht. Ein reduziertes Verpflichtungsgefühl, operationalisiert über das Erleben mangelnder Stabilität in der Partnerschaft, geht offenbar mit erhöhter Eifersucht einher.

Hinsichtlich der erhobenen Persönlichkeitsmerkmale wird deutlich, dass Personen mit einem geringen Selbstwertgefühl im intensiveren Maße Eifersucht erfahren. Dieses Ergebnis stützt vergangene Befunde (Cooley, 2006; Goldenburg, 2003; Parker, Low, Walker & Gamm, 2005). Es scheint, als ob Personen mit einem eher geringen Selbstwertgefühl im stärkeren Maße Eifersucht erfahren, weil sie unsicherer sind und so ein höheres Verlustpotenzial wahrnehmen, als Personen mit hohem Selbstwertgefühl (vgl. auch Cooley, 2009). Ebenfalls besteht erwartungsgemäß ein mittelstarker positiver Zusammenhang zwischen Neurotizismus und romantischer Eifersucht: Je ängstlicher und emotional instabiler eine Person ist, desto intensiver wird die Eifersucht erlebt. Kein Zusammenhang zeigt sich hinsichtlich der erlebten Eifersucht und der Variable Extraversion.

Interessant – und auf den ersten Blick widersprüchlich – erscheinen die Ergebnisse zur Nutzungsdauer, die negative Zusammenhänge zur Eifersucht aufweisen, das heißt, je mehr Zeit in einem sozialen Netzwerk verbracht wird, desto geringer ist die Eifersucht. Möglicherweise ist dies auf die stärkere Kontrolle und Überwachung zurückzuführen. Je länger und häufiger eine Person die Aktivitäten des Partners verfolgt – und dabei unkritische Informationen entdeckt – desto geringer ist die erlebte Eifersucht.

3.3    Hierarchische Regression

In Anlehnung an die Studie von Muise et al. (2009) sowie den korrelationsanalytisch gewonnenen Befunden wird erwartet, dass die Eifersucht in sozialen Netzwerken (digitale Eifersucht) erklärt werden kann durch die grundsätzliche Eifersuchtsneigung einer Person (dispositionelle Eifersucht), die Nutzungsintensität sozialer Netzwerke sowie verschiedene relationale Faktoren (wie Vertrauen und Commitment) und Persönlichkeitsfaktoren (z. B. Neurotizismus). Dieses Modell wurde über eine hierarchische Regression getestet. Das Alter, die dispositionelle und situative Eifersucht wurden in einem ersten Schritt in das Modell integriert; die Persönlichkeitsvariablen Neurotizismus, Extraversion und Selbstwert in einem zweiten Schritt hinzugefügt; die Beziehungsfaktoren Vertrauen und Commitment in Schritt drei und die Nutzungsintensität von sozialen Netzwerken in Schritt vier. Tabelle 2 sind die regressionsanalytischen Ergebnisse zu entnehmen.

Erwartungsgemäß ist die dispositionelle Eifersucht ein signifikanter Prädiktor (β = 0.66, t = 6.27, p < .001) für die digitale Eifersucht, der gemeinsam mit situativer Eifersucht (β = 0.66, t = 0.95, ns) und Geschlecht (β = 0.66, t = 1.34, ns) 47% der Varianz aufklärt. Die Inklusion von Persönlichkeitsfaktoren erhöht den Anteil der aufgeklärten Varianz lediglich um 2% und erwies sich für das Modell als nicht signifikant. Als nicht signifikant zeigten sich ebenfalls die relationalen Faktoren, die einen geringen Varianzanteil aufklären (3%). In diesem Schritt hat lediglich das Vertrauen in den Partner (β = -.018, t = -1.88, p < .06) einen zumindest marginal signifikanten Vorhersagewert für das Modell. Die Nutzungszeit in Minuten ist kein signifikanter Prädiktor für digitale Eifersucht. Das finale Modell erklärt insgesamt 50% der Varianz von digitaler Eifersucht.

Da an der Studie auch Probanden teilnahmen, die zum Erhebungszeitraum nicht liiert waren, wurde ferner überprüft, inwieweit sich das Modell für die Teilstichprobe „Partnerschaft“ replizieren ließ. Die Ergebnisse sind Tabelle 3 zu entnehmen. Die dispositionelle Eifersucht erweist sich erneut als ein signifikanter Prädiktor (β = 0.62, t = 6.25, p < .001) für die digitale Eifersucht. Im zweiten Schritt hat Neurotizismus einen marginal signifikanten Vorhersagewert für das Modell (β = 0.19, t = 1.84, p < .06). Im dritten Schritt erweist sich wiederum das Vertrauen in den Partner (β = -0.17, t = -1.77, p < .08) als ein marginal signifikanter Prädiktor. Bei Personen, die in einer Partnerschaft sind, scheint sich also zusätzlich das Persönlichkeitsmerkmal „Neurotizismus“ positiv auf die Intensität der digitalen Eifersucht auszuwirken.

Tabelle 1:    Korrelationsmatrix über die Mittelwerte der erhobenen Variablen

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11.
1. Dispositionelle Eifersucht 1.00
2. Situative Eifersucht .71** 1.00
3. Digitale Eifersucht .76** .60** 1.00
4. Reaktionen auf digitale Eifersucht .52** .46** .65** 1.00
5. Beziehungscommitment -.24** -.05 -.24** -.25** 1.00
6. Vertrauen in Partner -.30** -.20** -.30** -.30** .31** 1.00
7. Neurotizismus .53** .47** .52** .53** -.08 -.20** 1.00
8. Extraversion .09 -.05 .11 .21** -.16 .06 -.04 1.00
9. Self-Esteem -.25** -.24** -.26** -.21** -.03 .29** -.56** .31** 1.00
10. Alter .11 .14* .04 .04 .13 -.09 .10 -.09 -.14** 1.00
11. Nutzungsdauer -.18** -.16 -.24* -.20** -.10 -.18** -.23** -.13 .21** .31** 1.00

Anmerkungen: * p ≤ .05 (zweiseitig), ** p ≤ .01 (zweiseitig)

Tabelle 2:    Hierarchische Regression über die Gesamtstichprobe (N = 214)

B SE(B) β R2 Änderung R2
Schritt 1:
Geschlecht 0.20 0.14 0.10
Situative Eifersucht 0.07 0.07 0.09
Dispositionelle Eifersucht 0.56 0.06 0.66 .47 .47**
Schritt 2:
Selbstwert 0.10 0.16 0.07
Extraversion 0.05 0.11 0.04
Neurotizismus 0.15 0.09 0.18 .48 .02
Schritt 3:
Vertrauen in Partnerschaft -0.26 0.13 -0.18
Beziehungscommitment -0.13 0.13 -0.07 .51 .03*
Schritt 4:
Nutzungsdauer 0.00 0.00 -0.02 .51 .00

Tabelle 3:    Hierarchische Regression über die Teilstichprobe „Partnerschaft“ (n = 117)

B SE(B) β R2 Änderung R2
Schritt 1:
Geschlecht 0.20 0.15 0.10
Situative Eifersucht 0.08 0.08 0.10
Dispositionelle Eifersucht 0.52 0.08 0.62 .47 .47**
Schritt 2:
Selbstwert 0.10 0.16 0.06
Extraversion 0.06 0.11 0.04
Neurotizismus 0.16 0.09 0.19 .49 .02
Schritt 3:
Vertrauen in Partnerschaft -0.24 0.14 -0.17
Beziehungscommitment -0.13 0.13 -0.08 .51 .03*
Schritt 4:
Nutzungsdauer 0.00 0.00 -0.03 .51 .00

4    Diskussion

Die Ergebnisse zeigen, dass Eifersucht in sozialen Netzwerken sich über die grundsätzliche Eifersuchtsneigung (dispositionelle Eifersucht) einer Person, das Vertrauen in die eigene Partnerschaft und das Beziehungscommitment vorhersagen lässt. Die bedeutende Frage ist in diesem Zusammenhang, ob soziale Netzwerke als Austragungsort einer grundlegenden Eifersuchtsneigung verstanden werden können oder aber die spezifische Nutzung solcher Netzwerke die (digitale) Eifersucht weiter verstärkt (z. B. durch die Mehrdeutigkeit der Informationen und dem Fehlen von paraverbalen und nonverbalen Kommunikationselementen). Es scheint, dass sich die digitale Eifersucht von der Eifersucht im „wirklichen Leben“ lediglich durch den medialen Kontext und den dortigen interpretationsbedürftigen Austausch von – in aller Regel – textbasierten Informationen unterscheidet. Die korrelationsanalytischen Befunde weisen auf starke Zusammenhänge zwischen dispositioneller und digitaler Eifersucht hin. Daher scheint es plausibel, anzunehmen, dass Personen mit einer hohen Eifersuchtsneigung auch Informationen in sozialen Netzwerken als eher bedrohlich für die Partnerschaft wahrnehmen – insbesondere dann, wenn das Vertrauen in den Partner gering ist. Soziale Netzwerke, so lässt sich schlussfolgern, können Auslöser und Verstärker von Eifersucht sein. Die offene Natur von sozialen Netzwerken und die leichte Informationszugänglichkeit gibt nämlich ihren Nutzern die Möglichkeit vermeintliches Wissen über den Partner, seine Aktivitäten, seine Interessen, seine Bekanntschaften und sogar seinen emotionalen Zustand zu erlangen.

Im Unterschied zu der kanadischen Studie um Muise et al. (2009) ist digitale Eifersucht – in der vorliegenden deutschen Stichprobe – nicht durch die durchschnittliche Nutzungsdauer vorhersagbar. Es scheint also eine weniger wichtige Rolle zu spielen, wie häufig eine Person soziale Netzwerke nutzt, sondern vielmehr wie effektiv die Suche vonstatten geht und wie diese Informationen wahrgenommen werden. Bei liierten Personen konnte gezeigt werden, dass die emotionale Instabilität digitale Eifersucht begünstigt. Dieser so genannte „Neurotizismuseffekt“ ist bereits aus sozialpsychologischen Studien zur Partnerschaftszufriedenheit bekannt. Personen mit hohen Neurotizismuswerten, die also eher ängstlich, häufiger negativ gestimmt, eher unsicher und emotional labiler sind, leben auch wahrscheinlicher in einer unglücklichen Partnerschaft (Karney & Bradbury, 1997; Kelly & Conley, 1987). So scheint es auch im Kontext sozialer Netzwerke von Bedeutung zu sein, wie die dort verfügbaren Informationen interpretiert werden. Plausibel erscheint, dass Neurotizismus die negative Interpretation solcher Informationen begünstigt; auch wenn dieses Persönlichkeitsmerkmal sich in der vorliegenden Studie als kein signifikanter Prädiktor erwies.

Die Ergebnisse zu Geschlechtsunterschieden lassen sich in bisherige Befunde einreihen (vgl. Kapitel 1.1). Frauen scheinen eine stärkere Eifersuchtsneigung aufzuweisen als Männer. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die Items des verwendeten Fragebogens eher auf eine emotionale Untreue hin ausgerichtet sind. Dies ist insofern nicht unwesentlich, da White und Mullen (1989) zeigen konnten, dass Frauen stärker auf emotionale Untreue reagieren; Männer hingegen reagieren im stärkeren Maße auf sexuelle Untreue. In diesem Zusammenhang wäre es für künftige Forschungen interessant, weitere Handlungsfolgen der Eifersucht zu überprüfen. So ist es auch denkbar, dass Personen nicht nur die Tätigkeiten des Partners in sozialen Netzwerken stärker kontrollieren, sondern ferner dem Partner ein höheres Maß an Zuwendung zu teil werden lassen (z. B. durch Posten von liebevollen Nachrichten).

Zukünftige Studien sollten darauf gerichtet sein, näher zu explorieren, ob und inwieweit Unterschiede hinsichtlich der Bedingungen und des Erlebens von Eifersucht im realen Leben und digitaler Eifersucht bestehen. So ist das Konstrukt derzeit auf begrifflich-theoretischer Ebene noch nicht eindeutig und trennscharf definiert, was eine konstruktvalide empirische Messung erschwert. Interessant wäre es ferner, die Entstehung von Eifersucht in ein theoretisches Modell einzubetten und beispielsweise Identitätsstile oder aber Bindungsstile zu untersuchen. Ebenfalls scheint es viel versprechend, anstelle von Persönlichkeitsmerkmalen das Konstrukt der Ambiguitätstoleranz zu integrieren, also die Fähigkeit einer Person mit widersprüchlichen Informationen gut umgehen zu können (vgl. Krappmann, 2000).

Ferner wäre es aufschlussreich, verschiedene Formen der Eifersucht im digitalen Kontext zu untersuchen. So unterscheidet Buunk (1991) die reaktive Eifersucht (Reaktion auf konkrete Ereignisse, die mit einem partnerschaftlichen Vertrauensbruch zusammenhängen (z. B. Eingehen einer Affäre), die präventive Eifersucht (Reaktion auf erste Warnzeichen) und die selbst erzeugte Eifersucht (generalisierte Reaktion, die paranoide Züge aufweisen kann; Rohmann & Bierhoff, 2006). Möglicherweise lassen sich verschieden starke Zusammenhänge mit digitaler Eifersucht erkennen. Diese Befunde wären zur weiteren Ursachenklärung von nicht unbeträchtlicher Bedeutung.

Zusammenfassend, mit Blick auf die Praxisrelevanz der hier vorgestellten Befunde, kann festgestellt werden: Soziale Netzwerke bieten einen Nährboden für Eifersucht, da Worte, Bilder, Videobotschaften ausgetauscht werden und deren Bedeutung und Intensität falsch eingeschätzt werden können. Dies mag zur Verunsicherung führen und sich in intensiven negativen Emotionen (wie Ärger, Trauer und Angst) und konkretem Verhalten (z. B. stärkere Kontrolle des Partners, emotionale Distanzierung, Drohung, Vergeltungsakte) zeigen. Digitale Eifersucht kann demnach eine reale Beziehung beeinträchtigen und negative Auswirkungen auf das „wirklichen Leben“ nehmen. Um mögliche negative Effekte auf die Zufriedenheit und Stabilität der Partnerschaft zu reduzieren, sollten sich Nutzer von sozialen Netzwerken darüber bewusst sein, wen sie – auch in nicht-intendierter Weise – mit ihren Botschaften erreichen und sich bei der Kommunikation um Eindeutigkeit bemühen. Dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die asynchrone und textbasierte Kommunikation per se ein beträchtliches Interpretations- und Eifersuchtspotenzial birgt. Dies ist zurückzuführen auf das Fehlen von paraverbalen und nonverbalen Kommunikationsinhalten und der physischen Isolation, in der sich der Nachrichtenempfänger in aller Regel befindet. Die physische Abwesenheit Anderer führt allgemein zur Erhöhung der so genannten privaten Selbstaufmerksamkeit (Matheson & Zanna, 1988) des Empfängers. Dies bedeutet, dass der Nachrichtenempfänger sich unter diesen Bedingungen stärker auf die eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten konzentriert (Matheson & Zanna, 1988) und eigene Emotionen intensiver wahrgenommen werden. Gerade junge Nutzer sollten auf diese vielfältigen Konsequenzen, die aus der Kommunikation in sozialen Netzwerken resultieren, hingewiesen werden.

5    Literatur

Aylor, B. & Dainton, M. (2001). Antecedents in romantic jealousy experience, expression, and goals. Western Journal of Communication, 65, 370-391.

Borkenau, P. & Ostendorf, F. (1993). Neo-Fünf-Faktoren Inventar nach Costa und McCrae. Handanweisung. Göttingen: Hogrefe.

Buss, D. M. (2000). The Dangerous Passion: Why Jealousy is as Necessary as Love and Sex. New York: The Free Press.

Buss, D. M., Larsen, R. J., Westen, D. & Semmelroth, J. (1992). Sex differences in jealousy: Evolution, physiology, and psychology. Psychological Science, 3, 251-255.

Buunk, B. P. (1982). Anticipated sexual jealousy: Its relationship to self-esteem, dependency, and reciprocity. Personality and Social Psychology Bulletin, 8, 310-316.

Buunk, B. P. (1991). Jealousy in close relationships: An excange-theretical perspective. In P. Salovey (Ed.). The psychology of jealousy an envy (pp. 148 – 177). New York: Guilford Press.

Buunk, B. P., Angleitner, A., Oubaid, V. & Buss, D. M. (1996). Sex differences in jealousy in evolutionary perspective: Tests from the Netherlands, Germany, and the United States. Psychological Science, 7, 359-363.

Cooley, R. C. (2006). Correlational Relationship between Jealousy, Self-Esteem, And Locus of Control in an Undergraduate Population. Michigan: Eastern Michigan University.

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[1] Codierung von 6 = trifft überhaupt nicht zu bis 1 = trifft voll und ganz zu.

[2] Dispositionelle Eifersucht: Frauen (M = 3.91, SD = 1.23), Männer (M = 4.08; SD = 1.10); Digitale Eifersucht: Frauen (M = 3.89, SD = 1.08), Männer (M = 4.07; SD = 0.93); Situative Eifersucht: Frauen (M = 2.95, SD = 1.24), Männer (M = 3.33; SD = 1.33).

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