Auswirkungen von Industrie 4.0 auf menschliche Arbeit und Arbeitsorganisation

by Linda Bonekamp & Matthias Sure (Hochschule Fresenius University of Applied Sciences, Cologne)

Dieser Artikel gibt einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand über die Auswirkungen von Industrie 4.0 und Cyber-physikalischen Systemen auf die menschliche Arbeit und die Arbeitsorganisation. Er präsentiert im Rahmen eines Literatur-Reviews eine Zusammenfassung der Resultate verschiedener internationaler Forschungsstudien und –initiativen und ergänzt deren Forschungsergebnisse durch eine zusätzliche nicht-repräsentative Expertenbefragung. Die Ergebnisse zeigen übereinstimmend, dass Industrie 4.0 zu einem substanziellen Rückgang bei standardisierten niedrigqualifizierten und zu einem Anstieg bei höher qualifizierten Tätigkeiten wie Planung, Kontrolle oder IT-basierte Programmiertätigkeiten führen wird. Die Mehrheit der Forscher erwartet außerdem eine steigende Komplexität in vielen Arbeitsprofilen in Kombination mit einer wachsenden Notwendigkeit für bereichsübergreifende Tätigkeiten sowie unternehmensübergreifende Partner-Netzwerke. Sie projizieren darüber hinaus eine zunehmende Bedeutung des kontinuierlichen bzw. lebenslangen Lernens und der damit verbundenen Trainings- und Ausbildungsmaßnahmen, um die Mitarbeiter zukünftig in die Lage zu versetzen, sich an die durch industrie 4.0-basierte Technologien hervorgerufenen veränderten Qualifikationserfordernisse anzupassen. Als Konsequenz solcher Entwicklungen schlagen einige Forscher eine Transformation des Steuer-Systems weg von der zur Zeit noch fokussierten Besteuerung der Arbeit vor.

Schlüsselwörter: Industrie 4.0, cyber-physikalische Systeme, Internet der Dinge, Digitalisierung, Change Management, Unternehmenskooperation, Stellenprofile

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