Stresserleben und Stressbewältigung bei Studierenden. Funktionale und dysfunktionale Strategien und weitere Einflussvariablen

N = 1.014 Studierende wurden hinsichtlich ihres Stresserlebens (AVEM-44, Schaarschmidt & Fischer, 2008), ihrer Nutzung von Bewältigungsstrategien (Brief-COPE, Carver, 1997), proaktivem Coping (Greenglass, Schwarzer, Jakubiec, Fiksenbaum & Taubert, 1999) und weiterer möglicher Einflussvariablen (Selbstwirksamkeitserwartungen, Kontrollüberzeugungen, Geschlecht, Alter und Semester) befragt. Es zeigen sich clusteranalytisch drei Muster des studiumsbezogenen Stresserlebens, von denen zwei als gesundheitsförderlich und eines als Risikomuster angesehen werden können. Die erfassten Bewältigungsstrategien lassen sich faktorenanalytisch zwei Komponenten zuordnen, die der geläufigen Klassifikation in funktionale und dysfunktionale Strategien entsprechen. Diese Interpretation bestätigt sich sowohl durch die vermehrte Anwendung von dysfunktionalen Strategien durch Studierende, die im AVEM ein Risikomuster aufweisen, als auch von funktionalen Strategien durch Studierende, die ein gesundheitsförderliches Muster im AVEM zeigen. Studierende mit einem gesundheitsförderlichen Erlebensmuster verfügen zudem über stärkere Selbstwirksamkeitserwartungen und internale Kontrollüberzeugungen als Studierende mit einem Risikomuster. Insgesamt weisen die Ergebnisse der Untersuchung auf drei unterschiedliche Muster des Stresserlebens bei Studierenden hin und ermöglichen die Herleitung von Präventions- und Interventionsmaßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen.

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