„Was ihr wollt?!“ Die Bedeutung des Status- und Rollenwechsels bei Berufseinsteigern

Die Persönlichkeit des Menschen entwickelt sich beständig fort. Sie muss sich täglich neuen Aufgaben und Ansprüchen stellen und sich in neuen Situationen und im Wechsel von äußeren Rahmenbedingungen neu strukturieren. Zugleich hat jeder Mensch bestehende und veränderungskonsistente Persönlichkeitsmerkmale, die sie oder ihn als Person sowie ihr oder sein Verhalten charakterisieren. Die Persönlichkeit ist demnach ein ambivalenter Bestandteil des Menschen, der sich sowohl stetig verändert als auch immer derselbe bleibt. Da die Persönlichkeit das Verhalten eines Menschen maßgeblich beeinflusst (Pervin, Cervone & John, 2005), stellt sich die Frage, wie sich diese bei einer Veränderung der Lebenswelt entwickelt und welche Auswirkungen diese Entwicklung auf das eigene Verhalten und die Umwelt hat. Der Übergang in das Berufsleben stellt einen solchen Veränderungsprozess dar, bei dem in der vorliegenden qualitativen Studie zwölf Hochschulabsolventen begleitet wurden (Hahnzog, 2011). Zentraler Faktor ist demnach der Status- und Rollenwechsel, der sich durch den Berufseinstieg ergibt – also die Veränderung der Erwartungen der sozialen Umwelt an den Einzelnen sowie deren Bewertung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine bewusste Reflektion der eigenen Persönlichkeitsstruktur die individuelle Ressourcenvielfalt steigern und mögliche Belastungserfahrungen von Berufseinsteigern minimieren kann. Zudem ergeben sich Implikationen für die Gestaltung der Übergangsphase sowohl auf Seiten der Hochschulen als auch der Unternehmen.

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