Identitätskonstruktion im Angesicht beruflicher Optionsvielfalt. Eine interpretative phänomenologische Analyse des Übergangs vom Studium in den Beruf am Beispiel der Wirtschaftspsychologie
Diese qualitative Studie untersucht, wie Master-Studierende der Wirtschaftspsychologie den Übergang vom Studium in die Berufswelt erleben, deuten und gestalten. Der Fokus liegt darauf, wie sie ihre berufliche Identität in der Wirtschaftspsychologie konstruieren und hierbei mit der Vielfalt möglicher Karrierewege umgehen. Die Studie folgt damit dem Aufruf nach vertiefenden qualitativen Studien, um zu einem reichhaltigeren Verständnis des zunehmend komplexer, unsicherer und individualisierter werdenden Übergangsprozesses in den Beruf beizutragen. Theoretisch gestützt durch die Felder der Karriereübergangsforschung und Identitätsbildung wurden auf der Basis einer Interpretativen Phänomenologischen Analyse neun Master-Studierende der Wirtschaftspsychologie in halbstandardisierten Interviews befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass deren Übergang in den Beruf ein als ambivalent erlebter, identitätsbezogener Prozess ist, der stark vom Umgang mit der Vielfalt beruflicher Optionen geprägt ist. Eigeninitiative, Gestaltungswille und pro-aktives Handeln erscheinen als bedeutsames Fundament der Suche nach der eigenen Identität als Wirtschaftspsycholog:in im Angesicht der Optionsvielfalt. Die Ergebnisse liefern wertvolle praktische Impulse und tragen zu einem vertieften Verständnis des Studium-Job-Übergangs in interdisziplinären Qualifikationen bei.
Schlüsselwörter: Identität, Interpretative Phänomenologische Analyse, Karriereforschung, Multioptionalität, Qualitative Forschung
This qualitative study explores how master’s students in business psychology experience, interpret, and shape the transition from universi-ty to working life. The research focusses on how these construct their professional identity in business psychology and navigate the diver-sity of possible career paths. Responding to calls for more in depth qualitative research, the study aims to contribute to a richer under-standing of the increasingly complex, uncertain, and individualised transition into employment. Drawing on career transition and identity research, nine master’s students in business psychology were interviewed based on an interpretative phenomenological analysis using semi structured interviews. The findings illustrate that their transition into the workforce is an identity related process experienced as ambivalent, shaped by coping with the variety of career options. Personal initiative, a desire to shape one’s path, and proactive behavior emerge as essential foundations in the search for one’s identity as a business psychologist against the backdrop of the diversity of options. The results offer valuable practical insights and contribute to a deeper understanding of the study to work transition in interdisciplinary qualifications.
Key words: career research, identity, interpretative phenomenological analysis, multi-optionality, qualitative research

