Nutzen und Grenzen der Inferenzstatistik in der (Wirtschafts-)Psychologie

Inferenzstatistische Verfahren, wie p-Werte, Signifikanztests (NHST oder nach Neyman und Pearson), Konfidenzintervalle oder Bayes-Faktoren werden zum Teil seit rund 100 Jahren flächendeckend in psychologischer Forschung verwendet. Die Funktion der Inferenzstatistik besteht dabei darin, die (Un-)Sicherheit darüber zu quantifizieren, inwiefern sich das Ergebnis aus den beobachteten Studiendaten als Aussage über eine Population verallgemeinern lässt. Da sich jedoch 1) die meisten inferenzstatistischen Angaben unmittelbar aus den vorliegenden Daten ergeben und 2) in der Regel unbekannt ist, ob die vorliegenden Daten typisch oder untypisch für die Population sind, kann diese Funktion nicht erfüllt werden. Inferenzstatistische Angaben haben daher in den meisten Fragestellungen in der (Wirtschafts-)Psychologie keinen Informationsmehrwert. Da inferenzstatistische Angaben darüber hinaus häufig fehlinterpretiert werden, sollten sie nur in Ausnahmefällen, in denen eine geeignete Zielsetzung und Datensituation vorliegt, genutzt werden.

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